Workshops
Kritisches Denken mit generativer KI fördern und einen souveränen Umgang damit kultivieren
Generative KI-Systeme wie ChatGPT verändern grundlegend die Art und Weise, wie wir Informationen suchen, Texte und Medien erstellen, Probleme bearbeiten und Entscheidungen vorbereiten. Für Bildungseinrichtungen stellt sich damit nicht nur die Frage, wie diese Werkzeuge sinnvoll eingesetzt werden können, sondern auch, welche Kompetenzen Menschen benötigen, um KI-Anwendungen kritisch, reflektiert und verantwortungsvoll zu nutzen.
Der Workshop verbindet Perspektiven der Medienkompetenz mit Ansätzen des Kritischen Denkens und setzt sich mit den Chancen, Herausforderungen und gesellschaftlichen Auswirkungen generativer KI auseinander. Ausgangspunkt bildet dabei das Medienkompetenzmodell von Dieter Baacke mit seinen Dimensionen Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung. Die Teilnehmenden reflektieren, welche Bedeutung diese Dimensionen im Umgang mit generativer KI gewinnen und wie sie in Bildungsprozessen gefördert werden können.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der kritischen Auseinandersetzung mit den Funktionsweisen generativer KI. Dabei werden unter anderem Trainingsdaten, Wahrscheinlichkeitsmodellierung und Erkenntnismodus der KI, Fine-Tuning, Halluzinationen, Verzerrungen (Biases) sowie Phänomene wie Sycophancy betrachtet. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit, aber auch die Grenzen und Eigenlogiken generativer KI besser zu verstehen und daraus Konsequenzen für Bildung und Lehre abzuleiten.
Auf dieser Grundlage setzen sich die Teilnehmenden mit einem erweiterten Verständnis Kritischen Denkens auseinander, das analytische, perspektivische, ethische und konstruktive Denkweisen miteinander verbindet. Anschließend wird gezeigt und gemeinsam daran gearbeitet, wie sich kritisches Denken in diesem Sinne mit der generativen KI unterstützen lässt und dabei ein souveräner Umgang mit der Technologie kultiviert wird.
Dazu werden didaktische Prinzipien, Methoden und Prompting-Strategien vorgestellt und erprobt, mit denen generative KI nicht das Denken ersetzt, sondern Denk-, Reflexions- und Lernprozesse anregen, unterstützen und vertiefen kann. Die Teilnehmenden entwickeln eigene Ideen für ihre Lehrpraxis und diskutieren Möglichkeiten, ChatGPT und andere KI-Systeme als Werkzeuge zur Förderung von Medienkompetenz und Kritischem Denken einzusetzen.
Halbtagesworkshop mit Transferphase. Präsenz oder Online möglich.
Inhalte
- Medienkompetenz im Zeitalter generativer KI
- Funktionsweisen und Eigenlogiken generativer KI
- Trainingsdaten, Fine-Tuning, Biases, Halluzinationen und Sycophancy
- Chancen, Herausforderungen und gesellschaftliche Auswirkungen generativer KI
- Kritisches Denken im Kontext KI
- Die vier Ebenen Kritischen Denkens: analytisch, perspektivisch, ethisch und konstruktiv
- Didaktische Prinzipien zur Förderung Kritischen Denkens mit KI
- Prompting für Reflexion, Perspektivwechsel und Urteilsbildung
- Entwicklung eigener Lehr- und Lernkonzepte
Methoden
- Erfahrungsbasiertes Lernen. Teilnehmende erleben Methoden und Konzepte
- Micro-Teachings: Teilnehmende erproben Ihre Ansätze
- Impulsvorträge
- Interaktive Übungen mit der KI
- Think-Pair-Share
- Reflexionsaufträge