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Aufmerksamkeit schenken, lenken und bedenken

Hochschulen & Universitäten Schulen Achtsamkeit Aufmerksamkeit fördern Aufmerksamkeitsökonomie Blended Learning

Zwischen Push-Nachrichten, Multitasking und permanenter Reizüberflutung wird Aufmerksamkeit zu einer der zentralen Ressourcen unserer Zeit. Dabei ist sie weit mehr als nur Konzentration. Sie entscheidet darüber, ob und welche Inhalte wir bewusst wahrnehmen und kritisch reflektieren. Aufmerksamkeit fungiert sowohl als Frühwarnsystem für kritisches Denken als auch als Voraussetzung für tiefergehende Lernprozesse. Sie ist die Lupe, die bestimmte Aspekte vergrößert, fokussiert oder durchdringt, während andere Informationen in den Hintergrund treten.

Wie aber die Aufmerksamkeit im Unterricht oder für sich selbst gewinnen und kultivieren? Warum sind wir überhaupt so schnell abgelenkt und hat sich unsere Aufmerksamkeitsspanne tatsächlich verkürzt durch die permanente Ablenkung durch digitale Medien?  Warum kriegen wir nicht genug von bestimmten Social Media Apps? Wie können Lehrende, Trainer:innen und Bildungsverantwortliche unter diesen Bedingungen Lernumgebungen gestalten, die Aufmerksamkeit fördern statt sie zusätzlich zu fragmentieren?

Dieser Blended-Learning Kurs basiert auf einem im Rahmen des Projekts WUECAST an der Universität Würzburg entwickelten Kurs-Konzeptes, das durch die Stiftung Innovation in der Hochschullehre gefördert wurde und bei dessen Erstellung ich maßgeblich beteilgt war. Die zugrundeliegenden Online-Module stehen als offene Bildungsressourcen (OER) zur Verfügung und verbinden aktuelle Erkenntnisse aus Aufmerksamkeitstheorie, Bildungsforschung und Hochschuldidaktik mit konkreten Handlungsmöglichkeiten für die Praxis. Hier können die Module angesehen werden. BLS Aufmerksamkeitsökonomie

Im Mittelpunkt stehen drei Perspektiven auf Aufmerksamkeit:

Aufmerksamkeit schenken
Wie entstehen tragfähige Lernbeziehungen, Resonanz und ein lernförderliches Klima?

Aufmerksamkeit lenken
Wie können Struktur, Motivation, Aktivierung, Storytelling, saliente Reize oder kognitive Konflikte genutzt werden, um Aufmerksamkeit gezielt zu fördern?

Aufmerksamkeit bedenken
Wie lassen sich Achtsamkeit, Reflexion und bewusste Denkprozesse in Lern- und Bildungssettings integrieren?

In einer dreiwöchigen Selbstlernphase setzen sich die Teilnehmenden mit zentralen Konzepten der Aufmerksamkeit, den Mechanismen der digitalen Aufmerksamkeitsökonomie sowie verschiedenen Förderansätzen auseinander. Aufbauend darauf entwickeln sie einen eigenen praxisnahen Ansatz für ihren beruflichen Kontext. Im anschließenden Workshop werden die Konzepte vorgestellt, diskutiert und gemeinsam weiterentwickelt. Übungen, Reflexionsphasen, methodische Vertiefungen und ausgewählte Methoden zur Förderung von Aufmerksamkeit ergänzen den Transfer in die Praxis. Flanierend dazu wird in der Selbstlernphase mindestesn eine Online-Sprechstunde angeboten, in der Lernende ihre Konzepte und Ideen besprechen können.

Zielgruppe

Lehrende, Trainer:innen, Führungskräfte und Bildungsverantwortliche, die Lern- und Arbeitsumgebungen gestalten und Menschen auch unter Bedingungen zunehmender Ablenkung wirksam erreichen möchten.

Inhalte

  • Was Aufmerksamkeit ausmacht und warum sie für Lernen zentral ist
  • Aufmerksamkeit zwischen Motivation, Emotion und Gedächtnis
  • Herausforderungen durch die digitale Aufmerksamkeitsökonomie und deren Folgen
  • Aufmerksamkeit schenken, lenken und bedenken
  • Storytelling, Aktivierung und kognitive Konflikte
  • Achtsamkeit und Reflexion in Bildungsprozessen
  • Entwicklung eigener Förderansätze
  • Verbindungen zwischen Aufmerksamkeit, Reflexion und kritischem Denken

Lernziele

  • das Konzept der Aufmerksamkeit aus verschiedenen fachlichen Perspektiven diskutieren und zentrale Modelle reflektieren,
  • die Relevanz von Aufmerksamkeit für kognitives Lernen sowie förderliche und hinderliche Faktoren erläutern,die Mechanismen der digitalen Aufmerksamkeitsökonomie und deren Auswirkungen auf Lehrende und Lernende beschreiben,
  • Methoden und Modelle zur Förderung unterschiedlicher Facetten von Aufmerksamkeit diskutieren und anwenden (Aufmerksamkeit schenken, lenken und bedenken),
  • einen eigenen praxisorientierten Ansatz zur gezielten Förderung von Aufmerksamkeit entwickeln,
  • Zusammenhänge zwischen Aufmerksamkeit, Reflexion und kritischem Denken erklären und für die Gestaltung von Lern- und Bildungsprozessen nutzen. 

Kritik ist nichts Negatives und hat nichts mit dem Herabwürdigen von Personen und deren Werken oder Entscheidungen zu tun. Ganz im Gegenteil: Sie lädt dazu ein, zu eigenen Einsichten und Erkenntnissen zu gelangen.